Komplementäre Therapien


Moderne onkologische Therapie ist nur möglich, wenn ausreichende unterstützende (supportive) Massnahmen die unerwünschten Wirkungen von Chemotherapie und Strahlentherapie auf ein erträgliches Mass reduzieren. Hämatopoetische Wachstumsfaktoren (Stoffe, die die Bildung von Blutkörperchen fördern), antibiotische Prophylaxe und Therapie bei Leukopenien (niedrige weisse Blutkörperchen), Therapie gegen Erbrechen, Behandlung von Schleimhautentzündungen, optimale enterale und parenterale Ernährung, Prophylaxe spezieller Nebenwirkungen von Chemotherapie, Schmerztherapie, immunstimulierende Stoffe wie Zytokine, xenogene Peptide (Eiweisskörper aus Organen) Mistellektine, Hyperthermie, Antioxidanzien, Vitamine, Spurenelemente und Psychotherapie sind die heute verfügbaren supportiven Massnahmen. Ziele der unterstützenden Behandlung sind: Verringerung von Toxizität und damit Nebenwirkungen onkologischer Therapien, Steigerung der Lebensqualität, raschere Regeneration lebenswichtiger Organe und Systeme wie Knochenmark und Immunsystem und die Prophylaxe vor Rückfällen der Erkrankung.




Laut SGB V haben Qualität und Wirksamkeit einer Therapie dem allgemeinen Stand der medizinischen Erkenntnis zu entsprechen und den medizinischen Fortschritt zu berücksichtigen. Schon im SGB IV wurde der Nutzen einer Therapie für die Patienten, der durch entsprechend grosse und gut dokumentierte Studien zu belegen ist, als Maßstab für die Qualität einer ärztlichen Massnahme gefordert. Das bedeutet, dass auch komplementäre, d.h.unterstützende Behandlungen durch entsprechende qualifizierte klinische Prüfungen evaluiert werden müssen. Der Stellenwert auch von komplementären Therapien ergibt sich aus dem durch klinische Prüfungen nachgewiesenen Nutzen für die Patienten. Aus den Ergebnissen der wissenschaftlichen Untersuchungen können allgemein anerkannte Therapiestandards festgelegt werden. Neue Befunde erfordern neue Prüfungen und können zu neuen und verbesserten Standards führen.Dieser Ablauf in der Entwicklung von Therapien führt zu einer stufenweisen Eskalation medizinischer Erkenntnisse.Das Ergebnis wird als evidence based medicine (EBM) bezeichnet. Analog dazu sprechen wir auch von evidence based complementary medicine (EBCM), wenn komplementäre Therapien qualifiziert geprüft wurden.



Voraussetzung für die Prüffahigkeit komplementärer Therapien sind positive klinische Erfahrungen, wissenschaftliche Grundlagenuntersuchungen zum Wirkungsmechanismus, Definition und Standardisierung der Hauptwirkstoffe und qualifizierte klinische Prüfungen der einzusetzenden Medikamente. Zu solchen, in kleineren Studien geprüften, komplementär einsetzbaren Medikamenten gehören Selen, Eiweißstoffe aus Thymus, Leber und Milz, Mistellektine und Zink. Wichtig ist dabei, dass diese Stoffe in einer sinnvollen Anordnung, optimaler Dosierung und zeitlichen Zuordnung zur onkologischen Therapie verabreicht werden. So entstand ein in sich logisches, für Patienten und Ärzte überschaubares System von Massnahmen, die wir als Integratives Konzept Onkologie beschrieben haben.

Natürlich gibt es über die hier genannten Medikamente hinaus noch eine Vielzahl weiterer Angebote, die aber zum grössten Teil die hier geforderten Kriterien an Qualitätsnachweisen in Form von klinischen Prüfungen nicht erfüllen. Sie werden deshalb hier nicht beschrieben.

  • Selen
  • Thymus Peptide
  • Thymus-Milz-Peptide
  • Leber-Milz-Peptide
  • Misteltherapie
  • Behandlung von
        Fatigue
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