Thymuspeptide 

Die meist verwendeten Thymuspräperate sind Peptidgemische mit einem Molekulargewicht < 10.000 Dalton. Ausgangsmaterial ist Thymus von neugeborenen Kälbern. Thymuspeptide sind sehr intensiv untersucht worden. Sie verbessern die Funktion von T-Lymphozyten, den Trägern der sog. zellulären Immunität. In klinischen Studien konnte eine Verbesserung von Infektionsrate und Lebensqualität von Patienten unter Chemotherapie erreicht werden. Eine Verbesserung der Ergebinsse von Chemotherapie fand sich bei Patienten mit Melanom, Bronchialkarzinom und Patientinnen mit Brustkrebs.

Thymuspeptide waren vor allem in Verbindung mit Chemotherapie von Nutzen durch Verbesserung der Therapieergebnisse, der Überlebensraten und geringer Rückfallraten. Eine Studie zeigte eine Wirkung von Thymuspeptiden ohne weitere Therapie bei dem sonst sehr schwer zu behandelnden primären Leberkarzinom. Bei 11 von 46 Patienten fand sich eine objektive Wirkung, bei 6 Patienten ergab sich eine komplette Rückbildung des Tumors.

Allerdings muss hier angemerkt werden, dass die verfügbaren Studien mit Thymuspeptiden mit relativ kleinen Patientenzahlen durchgeführt wurden, so dass die Ergebnisse einen nicht sehr hohen Stellenwert haben.



Thymus-Milz-Peptide 

Eine Neuentwicklung ist ein Präperat, das aus zwei vollsynthetisch hergestellten Peptiden und Aminosäuren (Eiweissbaustein) besteht. Das Präperat enthät ein Peptid anolog einem Peptid aus Thymus und ein Peptid analog einem Peptid aus Milz. Diese Peptide werden als Tabletten verabreicht. Auf diesem Weg aktivieren sie zunächst das darmassoziierte Immunsystem. Dabei handelt es sich um ein sehr grosses Immunorgan, bestehend aus Rachenmandeln, den sog. Payerschen Plaques des Dünndarms, der Appendix (Blinddarm), den zahlreichen Lymphfollikeln der Darmschleimhaut, einer ungeheuren Zahl antigenpräsentierender Zellen, die bei Kontakt mit Krankheitserregern eine Immunantwort starten.

Die künstlichen Peptide, als Thymopentin und Splenopentin bezeichnet, aktivieren das zelluläre Immunsystem (T-Lymphozyten), die natürlichen Killerzellen (NK - Zellen) und auch die grossen Fresszellen (Makrophagen). Durch die orale Gabe dieser Peptide kann man den bei Tumorpatienten tumor- und therapiebedingt vorhandenen Immundefekten entgegenwirken und so trotz onkologischer Therapie das Immunsystem funktionsfähig erhalten.



Leber-Milz-Peptide 

Leber-Milz-Peptide werden aus den entsprechenden Organen neugeborener Schweine hergestellt. Das fertige Präperat ist frei von grossen Eiweisskörpern, Viren, Prionen, fiebererregenden Substanzen und Konservierungsmitteln. Das Wirkungsspektrum der Leber-Milz-Peptide umfasst eine breite Palette immunologischer Reaktionen wie Aktivierung von Fresszellen, NK-Zellen, aber auch tumorzerstörenden T-Lymphozyten und antikörperbildenden Zellen.

In klinischen Studien fand sich übereinstimmend eine bessere Verträglichkeit von Chemotherapie, wenn diese Peptide gleichzeitig verabreicht wurden. Vor allem war die toxische Wirkung der Chemotherapie auf die Blutbildung weniger ausgeprägt. Davon profitieren sowohl rote als auch weisse Blutkörperchen und die Blutplättchen. Eine weitere sehr deutliche Wirkung der Leber-Milz-Peptide betrifft die Darmschleimhaut. Unter Chemotherapie konnte das verzögert auftretende Erbrechen wirksam unterbunden werden. Die Patienten brauchten signifikant weniger Medikamente gegen Erbrechen.

  • Selen
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